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Tipps und Tricks

Filzen mit Angora

Nachdem ich eine TV-Sendung über Münchner Modistinnen (Hutmacherinnen) sah und dass sie als Basis Angora verwenden, habe ich mich endlich getraut, Angorawolle zu filzen!
Nach anfänglichen Pleiten gelang es schließlich doch, und ich bin begeistert! Kuschelig weich, aber absolut winddicht!
Meine ersten Versuche scheiterten, weil ich mir nicht die Mühe machte, sauber zu kardieren (am besten mit den oft erwähnten großen "Softbürsten" für Hunde oder Katzen aus dem Zoohandel).
Dann fiel mir auf, dass die Wolle sehr lange braucht, um nass zu werden: überall entstehen Luftkammern. Bei dem verzweifelten Versuch diese Kammern herauszudrücken, musste ich feststellen, dass es gar nicht so toll war extrem lange Fasern zu nehmen: die Fasern der trockenen Ränder klappten über meine Hände und blieben auch da! Es gelang mir nur mit "Fingerspagat", sie wieder zurüchzulegen. Der dritte Versuch mit kardierten, etwa 2-6 cm langen Fasern in drei Lagen und viel Geduld gelang endlich. Natürlich kann man die Angorafasern mischen um das Luftkammerproblem zu minimieren. Aber der reine Angorafilz ist so wunderbar leicht und weich, dass man es einfach mal probieren sollte. Allerdings braucht es 30-40 Minuten Geduld und viel Seife bis ein Vorfilz (30x30 cm) fertig ist. Danach geht das Filzen aber sehr schnell.

Meine bisherigen Filzversuche in der Waschmaschine waren nicht sehr schön. Das Problem ist, dass es immer wieder Falten im Filz gibt, wenn man ihn in einem Tuch aufdreht und in eine Nylonstrumpfhose zwängt. Wenn allerdings alles schon angefilzt ist und man den Filz nur noch verdichten muss (Schuhsohlen, z.B.), geht es in der Waschmaschine im Buntwaschgang prima. Es muß nicht mal 60 Grad sein. Der Filz sollte nur locker in ein Tuch gewickelt werden, um die Waschmaschine vor Fusseln zu schützen. Es sei denn, es handelt sich um ein größeres Stück, das sich nicht "frei bewegen" kann während des Waschganges (dann doch in ein Tuch aufwickeln und alle 10-15 cm locker Abbinden - sonst entstehen an diesen Stellen Kerben), sonst könnte der Filz doch noch aneinander filzen.

Wer es dennoch mal ausprobieren möchte, hier das Prinzip:
Am besten legt man den Filz auf ein Handtuch oder Nylon-Gardinenstoff (1 mm Maschenweite) in der übliche Weise (drei Lagen siehe vorherige Seiten) aus, wässert gut und wickelt alles sehr fest auf (dünner Stoff ist schlecht: da filzt es möglicherweise hindurch!). Aber Achtung: immer wieder beim Aufrollen das Handtuch vorher glattstreichen: es dürfen keine Falten entstehen. Dann in einen Nylonstrumpf (von einer abgeschnittenen Strumpfhose z.B.) geben. Zunächst NUR im Einweichprogramm wässern. Dabei rotiert die Waschmaschine und das Stück beginnt zu filzen. Es sollten andere Handtücher oder Wäscheteile als Beschwerung mitgewaschen werden, sonst schwimmt der Filz oben. Dann muss man wieder alles herausnehmen und prüfen (Sehr Vorsichtig: der Filz ist noch nicht stabil!). Wieder alles aufrollen wie oben beschrieben und die ganze Prozedur verschärfen mit einem Waschprogramm, das viel rotiert, aber nicht zu heiß ist. Wieder rausnehmen und prüfen, ggf. wiederholen. Erst am Schluss -wenn überhaupt!- schleudern! Je behutsamer dieser Prozess durchgeführt wird, umso langsamer schrumpft der Filz. Da man zwischendurch wieder neu aufwickelt, kann man die Faltenbildung verhindern.

Wenn man das Geduldspiel doch verloren hat und Falten entstanden sind? Tja, ich habe jetzt ein prima Klöppelkissen und der Körper für meinen Riesen-Schmetterling brauchte nur noch mit einem dünnen farbigen Filz -natürlich mit der Filznadel "vorgesteppt /gefilzt" versehen werden.

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