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Faserfieber

Wolle fertig! - was nun?

Zu Anfang ist das Spinnen natürlich sehr mühsam. Hinzu kommt, daß oft die ersten Versuche alles andere als befriedigend sind: mal ist das Garn überdreht und dadurch hart, oder es hat viele ganz dünne Stellen und dann wieder zu dicke. Später merkt man, daß es oft ein entscheidender Nachteil ist, wenn man längere Zeit nicht zum spinnen gekommen ist: Das Garn wird plötzlich ganz anders. Zum Stricken ist es dadurch zu unregelmäßig und vielleicht auch zu wenig. Was tun?

Man kann es verweben. Weil man - bezogen auf das Gewicht - viel weniger braucht und weil Unregelmäßigkeiten beim Weben ausgeglichen werden können. Und man kann gekaufte Fasern mit integrieren, obwohl die Farben z.B. nicht hundertprozentig aufeinander abgestimmt sind. Da sie ineinander verlaufen, kann man sie so geschickt kombinieren, daß es sogar besonders lebendig aussieht. Aber aufgepaßt: beim Weben muß die Kette - das sind die Fäden, die auf den Webrahmen gewickelt werden - sehr robust sein und glatt, damit sich die Fäden nicht abnutzen oder verhaken. Die Schußfäden - das sind die Fäden, die beim Weben nach jeder Runde neu eingelegt werden - dürfen dabei durchaus unterschiedlich dick sein oder angerauht, aber sie dürfen nicht unterschiedlich elastisch sein. Dehnt sich ein Faden nämlich beim Eintrag stärker als ein anderer, bedeutet dies, dass an dieser Stelle das Gewebe enger wird. Deswegen ist es z.B. sehr schwierig unelastische Baumwolle mit Wolle als Schuß zu verwenden.Dagegen ist es ideal, wenn man für die Kette glatte, nicht genoppte Baumwolle verwendet und für den Schuß Wolle. Aber man kann auch tricksen: wenn man darauf achtet, das Garn schön locker einzulegen wird es trotzdem klappen. Schwieriger wird es jedoch, wenn man unterschiedlich dickes Garn verwendet. Wenn die Kette sehr dicht ist, das bedeutet, die Fäden liegen sehr dicht beieinander, dann drängt dicke Wolle diese Fäden auseinander und das Gewebe wird weiter. Bei vielen Elementen ist es aber durchaus reizvoll dünnes mit dickem Garn abwechselnd einzulegen. Z.B. bei Tischsets, Flickerlteppichen usw. Hier muß man darauf achten, in welcher Kombination die Kettfäden gehoben werden: hebt man immer zwei bis drei Kettfäden gleichzeitig, ist auch dickes Material kein Problem - im Gegenteil! (siehe Bild mit eingelegten T-Shirt-Streifen)

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