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Faserfieber

Webrahmen, Webstühle, Webgeräte

Wie schon gesagt, man braucht keine komplizierten Webstühle, um zu weben. Aber natürlich kann man nicht auf jedem Gerät alles machen. Am flexibelsten ist da immer noch der Webstuhl (- wobei es natürlich auf den Webstuhl ankommt...).

Ein Gewebe, bei dem die Kettfäden (das sind die Fäden, die auf dem Webrahmen oder Webstuhl festgemacht sind) nicht zu sehen sind, ist am einfachsten. Hier wird nämlich der Schußfaden (der Faden, der jedesmal eingelegt wird) immer locker um den Kettfaden gelegt und hinterher fest angedrückt. Wenn der Schußfaden auch gespannt wird, dann werden die Kettfäden angehoben und verkürzen sich im Laufe des Webens. Auch das Gewebe würde sich stärker zusammenziehen. Auf so eine Kette wird ein immer stärker werdender Zug ausgeübt, der sie u.U. zum Zerreissen bringen könnte. Hier muß man also die Kettfäden auf einer Walze befestigen, so daß man immer wieder die Spannung nachlassen kann. Vorteil einer Walze ist auch, dass man das Gewebe länger machen kann als der Webrahmen lang ist. Aber zurück zu unserem festen Gewebe:
Für Tischsets, kleine Läufer, Taschen usw. sieht es sehr ansprechend aus. Muster können von hand eingelegt werden. Um die Fäden abwechselnd anzuheben, gibt es verschiedene Möglichkeiten: sogenannte Gatterkämme (engl. "rigid heddle") sind die gebräuchlichsten. So sehen sie aus. Sie haben abwechsend ein leeres Fach (Riet) und eine Strebe mit einem Loch in der Mitte. Während ein Faden im Riet sich frei bewegen kann, wird ein Faden der durch die Öse gezogen wurde beim Anheben des Gatterkamms ebenfalls angehoben und beim Absenken nach unten bewegt. Dadurch entstehen sogenannte Fächer, durch die man den Schuß - am besten auf einen breiten Holzstab gewickelt - bequem durchschieben kann. Natürlich kann man auch mühselig jeden Faden einzeln anheben, aber das kostet Zeit und Nerven. Gatterkämme kann man auch einzeln kaufen, denn sie sind Verschleißteile, bzw. man braucht unterschiedliche Stärken, je nachdem wie dicht die Kette sein soll. Die Dichte der Gatterkämme wird angegeben mit der Anzahl der Streben auf 10 cm. Für grobe Arbeiten (Teppiche o.ä.) etwa 10 oder 20, für feinere Arbeiten dürfen es 60 und mehr sein. Dabei sollte man darauf achten wie groß die Löcher sind, weil sonst zu dickes Garn zerreißen würde. Bei der Gatterkamm-Technik ist man allerdings, was Muster usw. betrifft sehr eingeschränkt. Man kann zwar z.B. zwei Kämme hintereinander "schalten" und so eine dichtere Kette erzeugen, ja sogar einige Muster erzeugen, aber das erfordert eine ziemliche Denksportaufgabe und man muß eben jeweils zwei Kämme in jeder Reihe u.U. neu positionieren.

Auf vielen Schulwebrahmen ist noch ein mit unterschiedlich tiefen Kerben eingeritzter Holzstab für die Fachbildung zuständig. Abgesehen davon, daß diese Stäbe nur ein bescheidenes Fach bilden können, wie oft mir dieser Stab schon herausgerutscht ist, kann ich keinem sagen. Bei mir ist das Ding deswegen in die Ecke geflogen! Beim Esslinger Webrahmen hat man eine ähnliche Technik durch eine Metallspirale verwirklicht.

Fertige Webrahmen kann man bereits unter 60.- EUR erwerben. Man sollte sich allerdings gut überlegen wie groß er sein soll. Mein erster Webrahmen ist ca 100 cm breit und kann dadurch etwa bis zu 80 cm breite Gewebe aufnehmen. Dadurch ist er allerdings auch schon etwas unhandlich. 40 - 60 cm Webbreite reicht meisten durchaus und ist noch gut transportierbar! Um Teppiche herzustellen kann man auch folgendes Webgerät schnell selber herstellen- aus einem viereckigem Kantholz, indem man in regelmäßigen Abständen Löcher bohrt. Dahinein steckt man 10 cm lange Rundstäbe mit einer Öse unten. Die Kettfäden werden zu Beginn durch die Öse des Rundstabs gesteckt und der Schuß einfach locker um die Stäbe gewickelt. wenn sie voll sind, werden alle Stäbe nacheinander herausgezogen, das Gewebe nach unten gezogen, bis die Stäbe wieder frei sind. Dann werden die Stäbe wieder zurückgesteckt.

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