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FaserfieberIch glaub, ich spinne...Das Spinnen ist keine besonders heikle Angelegenheit: Im Prinzip werden wenige Fasern aus einem Büschel
gezogen und dabei verdreht, damit sie nicht herausrutschen. Naja, gleichzeitig drehen und gleichmäßig ziehen muß
man schon ein wenig üben...schön illustriert
hier.
Das kann man sogar mit bloßen Händen ausprobieren. Wichtig ist allerdings wie stark das werdende Garn gedreht wird,
denn diese Spannung kann man nur durch "Gewalt" zurücknehmen: ein einfach gedrehtes Garn im Verkauf ist meist
dickes "Dochtgarn". Es reißt leicht und das Ergebnis beim Verstricken ist meist von unschönen Knötchen begleitet,
die den Pullover z.B. irgendwann förmlich auflösen. Damit sich das Garn nicht schon beim losen Aufhängen windet,
muß es nass aufgehängt und beschwert werden, damit es die Drehung verliert. Ganz anders dagegen sind Garne, die aus
zwei oder mehr einzelnen dünnen Fäden bestehen (siehe Pullover aus zweifädigem Garn).
Es kommt also darauf an, was für ein Garn man erhalten möchte. Da gibt es nur ein Problem: kurze glatte Fasern
lassen sich nicht zu einem dünnen Faden spinnen, es sei denn man ist außerordentlich geschickt und hat ein sehr gutes
Spinnrad. Bei einem Spinnrad wird gleichzeitig der Faden gedreht (mit hoher Geschwindigkeit) und dabei langsamer auf die Spule
aufgewickelt. Diese beiden unterschiedlichen Geschwindigkeiten sind für die Garndrehung verantwortlich. Je langsamer
sich die Spule (sie wickelt den Faden auf) im Vergleich zum Spinnflügel
(er dreht das Garn) dreht, umso dünner läßt sich ein Faden spinnen. Dieses Geschwindigkeitsverhältnis wird
bei Herstellern von Spinnrädern angegeben. Man kann es aber auch mit einer Faustregel "raten" (Flohmärkte...):
ein kleines Spinnrad kann keine großartigen Umdrehungsgeschwindigkeiten erreichen, oder man müßte wie ein
Roadrunner darauf eintreten. Jetzt habe ich vielleicht gerade mit dem Begriff "zweifädiges Spinnrad" verwirrt. Und überhaupt, was für Sorten Spinnräder gibt es eigentlich: |