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Faserfieber

Tierfasern und Färben

-Fortsetzung (2.Seite)-

Färbebeizen haben es in sich. Harmlos ist noch Alaun: man kann mit Alaun beizen (also 15-25% entsprechend: 150-250g Alaun/Liter Wasser, 80°C, mind. 1 h) und kann dann anschließend färben oder die Wolle im Plastikbeutel feucht halten bis zur Färbung. Um richtig leuchtende Farben beim Wolle färben zu erzielen, oder bestimmte Farbnuancen zu erreichen, benötigt man aber Kupfer-, Eisen- oder gar Chrombeizen in unterschiedlichen Prozentanteilen (Gewichtsprozent). Diese Beizen sind giftig bis sehr giftig (Chrom) und ich habe beschlossen, dass ich das meiner Haut nicht antun muß und der Umwelt auch nicht! Wer es dennoch machen möchte, möge sich aus der Leihbücherei z.B. ein Färbebuch besorgen und genauestens die Anweisung beachten.

Es gibt aber eine Färbung, die diesen Nachteil nicht hat und auch keine Beize benötigt: das Färben mit Walnußschalen: also die grünen äußeren Schalen der Walnuß, die später als braune Schalen um den Walnußbaum liegen. Diese Schalen geben ohne Beize einen mittleren Braunton, der sich mit Alaun vertiefen lät. Grüne Walnüsse, die unreif vom Baum gefallen sind, habe ich in kaltes Wasser gelegt und die Wolle dazu getan. Nach ein paar Tagen in der Sonne, hatte ich einen haltbaren rötlich-braunen Cremeton Vermutlich weil die Walnußschalen ziemliche Mengen an Gerbsäure enthalten, sind die Farben sogar echt, also ohne auszubluten. Auch Zwiebelschalen lassen sich, allerdings mit Alaun verwenden und werden zu einem noch rötlichen Gelbton. Bei Pflanzen, die sozusagen im Überfluss da sind, kann man auch bequem experimentieren... Dabei gibt es Blüten, Rinden, Flechten (!!!sind meist geschützt!!!), Beeren. Aber Achtung! Die Farbe der Pflanze und das Ergebnis der Färbung liegen manchmal himmelweit auseinander. Bei den Kupfer oder Chrombeizen sehen sie u.U. sogar völlig anders aus!

Noch ein Wort zur erzielten Farbe.
Auch bei der synthetischen Färbung hängt das Ergebnis von der Farbe der Faser ab: Ist sie schneeweiß, wird die Farbe berechenbar sein. Aber wenn man Schafwolle z.B. verwendet, ist sie auch bei weißen Schafen eben nicht reinweiß. Oft haben die Fasern dunklere Spitzen und das macht sich auch bei der Färbung bemerkbar.

Allerdings finde ich diese Farben sehr natürlich.

Etwas anders liegt die Sache bei der Frage nach dem Zeitpunkt der Färbung: vor oder nach dem Spinnen? Da man die Wolle entfetten muss vor einer Färbung, läßt sie sich oft auch nicht mehr so schön verspinnen. Dennoch, bei einfarbigem Material ist es weitgehend egal. Man sollte sich vielleicht überlegen, ob alles Material gleichzeitig eingefärbt werden kann, oder ob man mehrere Male färben muß, weil man eine größere Menge einer Farbe benötigt. Auch wenn man alles genau protokolliert, ganz genau bekommt man einen Farbton meist nämlich nicht hin. Man kann aber durch anschließendes Zusammenkardieren alle Farbtöne zu einer gemeinsamen Farbe mischen und sollte dann vorher färben. Das gilt natürlich auch, wenn man eine "gesprenkelte" Wolle haben möchte, wie bei dem abgebildeten Pullover. Übrigens sehr zu empfehlen, wenn man gar zu große Farbunterschiede in einem Vlies hat (das macht sich auch bei Weiß bemerkbar!).

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